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31. Dezember 2014 Zeitzeuge Lesedauer: 6 Minuten

Jahreschronik 2014: Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Zum Abschluss unseres eher durchwachsenen 27. Agenturjahrs können wir uns dann doch noch über ein echtes Highlight für die Agentur freuen: Das Wirtschaftsmagazin Brandeins hat für sein Themenheft “Agenturen” zusammen mit Statista rund 2.000 Branchenkollegen und Auftraggeber gefragt “Wen würden Sie empfehlen?”. Dort sind wir auf den dritten Platz bei den PR-Agenturen und auf den zweiten Rang bei den Themenspezialisten für Technology “empfohlen” worden. Da lassen wir die Korken gerne schon ein paar Tage vor Silvester knallen. So kann es in 2015 gerne weitergehen.

Ein besonderes Jubiläum, eine großartige Teamleistung, öffentlichkeitswirksame Abkühlung und viele Krisenszenarien prägen das Jahr 2014. Doch alles der Reihe nach. Im November feiern wir das 25. Jubiläum des Mauerfalls. Das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland kann zu diesem Zeitpunkt durchaus als stabil bezeichnet werden. Doch wie lange noch, fragt mancher sich angesichts von Lokführer- und Pilotenstreiks in Großserie. Die deutschen Fußballer wachsen über sich hinaus und werden tatsächlich Weltmeister.

Damit tritt die oft zitierte “Goldene Generation” den Beweis an, dass sie nicht nur herrlich “undeutsch” schönen Fußball spielt, sie kann auch Titel gewinnen. Geschichte schreibt sie aber nicht im sagenumwobenen Maracana sondern schon im Halbfinale in Belo Horizonte. Gegen den bedauernswerten Gastgeber zaubert die Löw-Elf am Abend des 8. Juli ein surreales Spiel auf den Rasen, von dem wohl noch in Jahrzehnten gesprochen wird.

Am 13. Juli setzt das Team dem unvollendeten Werk diesmal tatsächlich die Krone auf, um dann auf der Berliner Fan-Meile mit Millionen von Fans nach einer atemlosen Nacht ein Hoch auf uns zu schmettern.

Vielleicht deshalb, aber hoffentlich nicht nur deswegen, wird Deutschland am Jahresende zum beliebtesten Landweltweit gewählt. Relativiert werden diese Ereignisse angesichts einer globalen Negativ-Agenda mit†Ukraine Krise, ISIS, Ebola, Flüchtlingsdramen im Mittelmeer oder Gaza-Krieg die uns mit einer Mischung aus Sorge und Ungewissheit in das Jahr 2015 blicken lassen.

Auch wenn der Zweck ein guter ist, so erscheint demgegenüber selbst die schönste Ice-Bucket-Challenge doch eher als eiskalter Tropfen auf den heißen Stein. Auch die “starken” Auftritte mancher Politiker reichen maximal für den Gewinn eines Blumentopfs.

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Wir selbst starten mit dem Gewinn einiger substanzieller Etats eigentlich sehr optimistisch ins neue Jahr. Doch schon im April gibt es einen heftigen Dämpfer: Fünf unserer Kampagnen werden bei den PR-Report Awards auf die Shortlist gewählt, zudem stehen wir im Finale bei der PR-Agentur des Jahres. Trotz dieser 6 Nominierungen gibt es keinen einzigen PR-Award, auch beim Online-Award stehen wir glücklos im Newsroom-Finale. Wir fühlen uns ein wenig wie die oben genannte “Goldene Generation” vor ein paar Jahren und arbeiten mehr denn je an der nächsten Mission “Titelgewinn”. Dafür wird Fink & Fuchs im Mai unter die “Best Continental Companies to Work For” gewählt. Das passt auch insofern gut, da wir unser†Geschäftsfeld Arbeitgeberkommunikation weiter ausgebaut haben.

Das Motto des Wissenschaftsjahrs 2014 ist “Die digitale Gesellschaft”. Wie passend, denn selten haben wir uns so vielen offenen Fragen oder je nach Perspektive Herausforderungen, Chancen oder Risiken rund ums Digitale ausgesetzt gesehen: NSA, Datenschutz, Netzneutralität, Internet of Everything, radikale Veränderung des Mediengefüges, Digitalisierung der Unternehmenskommunikation und des Marketing, … – die Liste ließe sich munter fortschreiben. Mit unserer Kompetenz als Agentur für die Moderation von Veränderung arbeiten wir mit unseren Kunden an spannenden Themen, beispielsweise mit Freudenberg IT bei Industrie 4.0, mit Cisco beim Internet of Everything oder Computacenter beim zeitgemäßen Arbeitsplatz.

Mit der Kommunikation für die Hessischen Gesundheitstage, dem Tag des Hörens, dem 125-jährigen Bestehen der Carl-Zeiss-Stiftung oder Aktivitäten für die Messe Frankfurt (u.A. Dexperty, Heimtextil, Ambiente oder Paperworld & Creative World) unterstützen wir aber auch zunehmend Kunden, die nicht aus dem IT-Umfeld kommen.

Chronik_Zukunftstechnologie-trifft-Kommunikation (Quelle: FF)

Gemeinsam mit Trendforschern und Management-Beratern leuchten wir im Herbst im Rahmen des ersten Inspiration Jam die kommenden Herausforderungen und Implikationen für die Kommunikation genauer aus. Denn die Anforderungen an Kommunikation verändern sich angesichts digitaler Transformation und zunehmend komplexerer Themen und Zusammenhänge ebenso dynamisch und dramatisch wie das Arbeitsfeld von Kommunikatoren.

Derweil geht im Orbit die Post ab. Drohnen, mit denen der Nachbar per Kamera mal bei Ihnen vorbeischaut, hoch fliegende Pläne mit tief fliegenden Paketen von Google und Amazon und sehr hoch fliegende Google-Ballons für die Internet-Versorgung, starke Bilder von Astro_Alex (Gerst), unserem Astronauten auf der ISS, und Rossetta mit der Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Viel Spaß macht dabei nicht nur das Live-Erlebnis der Landung sondern der exzellente Kommunikationsjob der PR-Kollegen der ESA.

In der Ära von Big Data schreitet der Umbruch des Mediengefüges weiter voran. Facebook kauft Whatsapp. Bertelsmann übernimmt Gruner + Jahr, Online-Medien boomen und bei den Tageszeitungen gehen Auflagen und Erlöse weiter zurück. “Wetten, dass …” – das Sinnbild des samstagabendlichen Familienevents vor der Glotze wird zum Bedauern von … – ja, von wem eigentlich? – endgültig eingestellt. Dafür kommt Netflix über das Internet auf den deutschen TV-Markt, Google oder Amazon werden wohl folgen. Mal sehen, wie sich der öffentliche-rechtliche Jugendkanal im Internet dagegen behaupten kann.

Aber nicht nur “Wetten, dass…” verabschiedet sich. Auch in der PR-Branche treten zwei bemerkenswerte Persönlichkeiten aus dem Licht der Öffentlichkeit: Gerhard Pfeffer, der langjährige Herausgeber des PR-Journal zieht sich zurück und auch Prof. Dr. Günter Bentele, einer der global bedeutendsten PR-Wissenschaftler, geht in den Unruhestand. Die klassische Werbung befindet sich ja schon seit ein paar Jahren auf Abschiedstournee. Was nicht heißt, dass es in 2014 keine richtig geile Kampagnen gibt.

Auch wenn wir von Neukunden wie Abbvie, Deutsche Börse Cloud Exchange, Steria Mummert oder langjährigen Kunden, wie dem Land Hessen eine große Zahl spannender Mandate gewinnen, das Geschäft entwickelt sich leider nicht so gut wie gewünscht. Budgetkürzungen, Verzögerungen beim Start neuer Projekt bei einzelnen Kunden und leider auch einige Kundenabgänge, darunter nach mehr als 12 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit und dem dritten Repitch auch das Mandat von Adobe. So werden wir knapp unter dem Vorjahresumsatz abschließen. Schade, aber man kann nicht immer gewinnen.

Neben dem klassischen Kundengeschäft unterstützen wir auch in 2014 auch weiterhin NGOs mit Beratung und punktueller Umsetzung insbesondere bei Digital-Aufgaben, unter anderem im Rahmen der Projektwoche “Wiesbaden engagiert”. Unsere Engagements, beispielsweise an der Universität Leipzig, laufen weiter. Wir vergeben erneut das Fink & Fuchs Promotionsstipendium und starten zusammen mit Prof. Dr. Ansgar Zerfaß ein neues Forschungsprojekt zum Thema “Mittelstandskommunikation”. Im September wird unser bürgerschaftliches Engagement einmal mehr mit der Golden Lilie ausgezeichnet.

Was war sonst noch?

Conchita Wurst, Gewinnerin des European Grand Prix wird in Österreich zur “Kommunikatorin des Jahres” gewählt. Der Tod von Udo Jürgens bewegt Fans und viele unter uns, die ein Leben ohne Udo Jürgens gar nicht kennen. Sie haben vielleicht nie eine Platte gekauft, waren noch niemals in New York, tranken keinen griechischen Wein, verzichteten auf Sahne, wohnen in keinem ehrenwerten Haus und sind nicht der Meinung, mit 66 Jahren nochmal anfangen zu müssen – und trotzdem wissen sie alle, wie dieser zugegebenermaßen ziemlich wirre Satz zu verstehen ist.

2014 war auch ein Jahr der Outings: Schon in der ersten Woche startet Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger und bekennt sich zu seiner Homosexualität. Uli Hoeness “gesteht” seine eigenwillige Interpretation von Steuerpflicht. Auch der frisch gewählte Präsident der EU-Kommission, Jean Claude Junker muss nach Medienberichten außergewöhnliche Steuerpraktiken aus seiner Regierungsperiode als Ministerpräsident seiner kleinen Steueroase im Herzen Europas einräumen. Den ADAC muss eingestehen, dass in der Vergangenheit nicht nur gelbe Engel die Geschicke des Unternehmens und der Kommunikation lenkten und arbeitet über das gesamte Jahr hinweg an seiner Neuerfindung.

So geht ein turbulentes und abwechslungsreiches Jahr 2014 zu Ende. Wenn Sie in einem Anflug von Nostalgie weitere große und kleine Geschichten aus dem Jahr 2014 lesen möchten, empfehlen wir die Jahresrückblicke von Wikipedia oder passend zum Wissenschaftschaftsjahr Digitale Gesellschaft bei Netzpolitik.Org. Aber auch klassische Medien haben in Wort und Bewegtbild das durchwachsene 2014 Revue passieren lassen, z.B. die Zeit, oder die ARD.

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