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In Kürze
Viele Unternehmen starten KI-Projekte – doch der Weg in den produktiven Alltag bleibt schwierig. Eine aktuelle Studie zeigt: Nicht die Technologie bremst die KI-Transformation aus, sondern fehlende Prozesse, Governance, Integration und Change-Management.

Die allermeisten Unternehmen haben inzwischen erste KI-Projekte gestartet. Manche experimentieren mit Chatbots, andere mit KI-Agenten oder automatisierten Workflows. Die Technologie ist längst im Arbeitsalltag angekommen –und trotzdem bleibt bei vielen der große Durchbruch aus.

Eine aktuelle Studie von Zoi und der Hochschule der Medien Stuttgart zeigt: Der Weg von der ersten Pilotanwendung bis zum produktiven KI-Einsatz ist für viele Unternehmen deutlich schwieriger als gedacht. Nicht, weil die Technologie fehlt. Sondern, weil die Organisation oft nicht Schritt hält.

Viel Interesse, wenig Skalierung

Die Zahlen wirken auf den ersten Blick beeindruckend: 76 Prozent der befragten Großunternehmen testen bereits KI-Agenten. Doch nur 19 Prozent setzen diese produktiv in ihren Kernprozessen ein.

Das zeigt ein vertrautes strukturelles Problem, das sich schon früher in Digitalisierungsprojekte zeigte und auch bei KI durchschlägt: KI-Projekte starten schnell – aber sie bleiben häufig in der Experimentierphase stecken.

Die Gründe dafür liegen selten im fehlenden Budget. Auch mangelnder ROI wird überraschend selten als Hindernis genannt. Stattdessen kämpfen Unternehmen vor allem mit komplexen IT-Landschaften, schwieriger Integration in Altsysteme und fehlendem Know-how.
Mit anderen Worten: Die Technologie ist oft weiter als die Organisation.

KI ist kein reines IT-Thema

Erfolgreiche KI-Transformation entsteht nicht dort, wo möglichst viele Tools eingeführt werden. Sondern dort, wo Prozesse, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege mitgedacht und kommuniziert werden.

Besonders deutlich wird das beim Thema Change- Management. Unternehmen, die KI bereits erfolgreich im Arbeitsalltag verankert haben, unterscheiden sich vor allem darin, wie systematisch sie Mitarbeitende einbinden, Prozesse standardisieren und Veränderungen begleiten.

Das klingt zunächst unspektakulär. Ist aber entscheidend.

Denn KI verändert nicht nur Technologien. Sie verändert Arbeitsweisen, Rollenbilder und Entscheidungsprozesse. Wer diese Veränderung kommunikativ nicht begleitet, riskiert Unsicherheit, Widerstand oder schlicht mangelnde Nutzung.
Viele Unternehmen unterschätzen genau diesen Punkt noch immer.

Zwischen Strategiepapier und Realität klafft eine Lücke

Interessant ist auch der Blick auf die strategische Ebene: Drei Viertel der Unternehmen geben an, bereits eine dokumentierte KI-Strategie zu besitzen. Doch nur rund ein Drittel arbeitet dabei mit konkreten KPIs und messbaren Zielen.
Das wirkt zunächst wie ein Detail, ist aber symptomatisch für viele Transformationsprojekte: Strategien existieren auf dem Papier, entfalten im Alltag aber kaum Steuerungswirkung.

Denn eine echte KI-Strategie beantwortet nicht nur die Frage, was man tun möchte. Sondern auch:
  • Welche Use Cases Priorität haben
  • Welche Prozesse verändert werden
  • Wer Verantwortung trägt
  • Und woran Erfolg überhaupt gemessen wird

Fehlt diese Übersetzung in den operativen Alltag, bleibt KI häufig ein Innovationsprojekt ohne nachhaltige Wirkung.

Die eigentliche Herausforderung beginnt nach dem Pilotprojekt

Je weiter Unternehmen bei KI voranschreiten, desto stärker rücken Themen wie Governance, Integration, Prozessreife und Skalierbarkeit in den Mittelpunkt. Dort entscheidet sich, ob aus einzelnen KI-Initiativen tatsächlich ein produktiver Bestandteil des Geschäfts wird.

Anders gesagt: Der schwierigste Teil der KI-Transformation beginnt nicht beim ersten Use Case – sondern danach.

Was Unternehmen daraus lernen können

Die Studie zeichnet ein realistisches Bild der aktuellen KI-Landschaft in deutschen Großunternehmen. Viele Organisationen haben die Experimentierphase hinter sich gelassen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass technologische Euphorie allein nicht ausreicht.

Wer KI langfristig erfolgreich einsetzen will, braucht mehr als Tools und Pilotprojekte. Neben klaren Verantwortlichkeiten sind belastbare Datenstrukturen gefragt, standardisierte Prozesse und vor allem eine Organisation, die Veränderung aktiv gestalten kann.

Die gute Nachricht daran: Die größten Hebel liegen damit nicht allein in der Technologie. Sondern im Zusammenspiel von Strategie, Kommunikation, Führung und operativer Umsetzung.

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