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In Kürze: Ein starkes Innovationsbeispiel made in Germany: Der Glashersteller Stölzle Lausitz zeigt, wie KI im Mittelstand wirkt. Mit der Video-KI von Cerrion wurden Störungen schneller erkannt und Ausschuss sowie Reaktionszeiten um 36,5 Prozent gesenkt.

Innovationen made in Germany entstehen nicht nur in Konzernen oder Start-ups, sondern sehr oft im Mittelstand. Gerade dort zeigt sich, wie groß die Umsetzungsstärke deutscher Unternehmen ist: Innovationen werden nicht nur entwickelt, sondern mit klarem Blick auf Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit in die Praxis gebracht.

Als Agentur für Innovationskommunikation wollen wir spannende Innovationen sichtbar machen. Denn innovative Projekte verdienen Aufmerksamkeit – nicht nur aufgrund ihrer technologischen Leistung, sondern auch, weil sie zeigen, wie Zukunftsfähigkeit am Standort Deutschland konkret entsteht.

Ein Beispiel dafür ist das KI-Projekt des Glasherstellers Stölzle Lausitz, das auch bei den Compass Talks in Frankfurt Aufmerksamkeit bekam. Der Einsatz der Video-KI Cerrion in der Produktion im sächsischen Weißwasser hat uns beindruckt: Auf der Impulsplattform für die Konsumgüterindustrie bezeichnete Geschäftsführer Leopold Grupp KI als Gamechanger – gerade für den Mittelstand.

Im Interview gibt Leopold Grupp Einblicke in die Ausgangslage, Umsetzung und das Ergebnis des erfolgreichen Projekts:

Welches konkrete Problem wollten Sie mit Cerrion lösen und was hat sich messbar verbessert?

„In der Kristallglasproduktion stellen Transportblockaden, heruntergefallene Gläser oder Staus große Herausforderungen dar. Sie führen zu Ausschuss, Stillständen und erhöhen die Sicherheitsrisiken für unsere Mitarbeitenden. Unser Ziel war es daher, Prozessstörungen frühzeitig zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können. Wir haben dazu Cerrions Video-KI-Agenten eingesetzt.

Zunächst starteten wir einen Pilot auf einer Produktionslinie, der unsere Reaktionszeiten und den Ausschuss bereits um 36,5 Prozent reduzieren konnte. Auf Basis dieser Erfolge haben wir die KI auf alle vier Produktionslinien in Weißwasser ausgerollt.

Die Cerrion-Software überwacht die Linien in Echtzeit über Kameras, erkennt Anomalien wie Glasstau oder heruntergefallene Gläser, automatisch und löst sofort Alarme aus. Zusätzlich liefert sie detaillierte Analysen zu Vorfällen, sodass wir Ursachen schneller identifizieren und die Prozesse gezielt verbessern können. Dadurch laufen unsere Produktionslinien stabiler, effizienter und sicherer, während die Qualität unserer Produkte konstant hoch bleibt.”

Das Beispiel zeigt, worauf es bei erfolgreicher Innovation im Mittelstand ankommt: ein klar definiertes Problem, ein praxisnaher Lösungsansatz und ein messbarer Mehrwert. Genau solche Projekte machen die Innovationskraft deutscher Unternehmen sichtbar.

Was waren die wichtigsten Learnings bei Einführung und Akzeptanz in der Produktion?

„Ein entscheidender Erfolgsfaktor war, mit einer einzelnen Linie zu starten und die Verbesserungen messbar zu machen. So konnten wir Vertrauen und Akzeptanz bei den Teams gewinnen. Ebenso wichtig war die transparente Kommunikation: Wir haben von Anfang an klar gemacht, dass die KI die Prozesse überwacht, nicht die Mitarbeitenden.

Die Mitarbeitenden erleben den Nutzen direkt: Störungen werden schneller erkannt, Probleme lassen sich sofort beheben, und Ursachen werden systematisch analysiert. Wir haben gelernt, dass KI kein reines IT-Projekt ist, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der eng mit den Produktionsabläufen und den Mitarbeitenden verbunden sein muss.”

Gerade dieser Punkt ist auch kommunikativ relevant: Innovation entfaltet ihre Wirkung nur dann voll, wenn sie intern verstanden, akzeptiert und aktiv mitgetragen wird. Kommunikation ist deshalb ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Innovationsprojekte.

Was würden Sie anderen Mittelständlern raten, die KI in der Produktion einsetzen möchten?

„Mein Rat lautet: Beginnen Sie mit einem klar definierten operativen Ziel, nicht mit der Technologie selbst. Pilotprojekte mit messbarem Nutzen schaffen Akzeptanz und bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Roll-out. Cerrions Video-KI hat uns gezeigt, dass Echtzeit-Überwachung, automatische Alarmfunktionen und Datenanalysen echten Mehrwert bringen.

KI sollte als strategisches Werkzeug für Qualität, Effizienz und Sicherheit verstanden werden. Entscheidend ist, die Produktionsteams zu befähigen, die gewonnenen Daten aktiv zu nutzen. Nur so können Probleme schneller gelöst, Ursachen gezielt adressiert und kontinuierliche Verbesserungen umgesetzt werden.“

Stölzle Lausitz macht vor, wie Innovationen made in Germany aussehen können: technologiegetrieben, praxisnah und wirksam. Solche Projekte verdienen Sichtbarkeit – weil sie zeigen, wie mittelständische Unternehmen mit Mut zur Umsetzung Zukunft gestalten.

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