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Fink & Fuchs
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In Kürze: Eine repräsentative Befragung der Konrad-Adenauer-Stiftung mit 4.000 Teilnehmer:innen zeigt, wie stark sich politische Informationswege unterscheiden. Eine Bruchlinie stellt dabei das Alter der Menschen dar, aber auch die politischen Ansichten sind ein Faktor bei der Art des Nachrichtenkonsums. Kommunikator:innen können dazu beitragen, Debatten aus geschlossenen Räumen zu holen und den Austausch in der Breite der Gesellschaft zu stärken.

Die einen beziehen ihre Informationen von Content Creator:innen auf Instagram, die anderen vertrauen der Tagesschau, für die Dritten gehört das morgendliche Zeitunglesen zum Medienalltag. Das unterschiedliche politische Informationsverhalten hat die Konrad-Adenauer-Stiftung mit der Umfrage „Bruchlinien der Öffentlichkeit“ untersucht. Sie gelangt zu dem Schluss, dass es zwei Bruchlinien gibt: Ältere Generationen informieren sich bevorzugt über das öffentlich-rechtliche Fernsehen und Zeitungen, Jüngere konsumieren hingegen stärker Social Media. Und das Vertrauen in Informationsquellen hängt mit der politischen Einstellung zusammen.

Alter prägt die Wahl des Informationskanals

Insgesamt nutzt mehr als die Hälfte der Befragten lineares öffentlich-rechtliches Fernsehen oder die Mediatheken der Sender, um sich über Politik zu informieren. 39 Prozent lesen Zeitung, jeweils etwa ein Viertel nutzt öffentlich-rechtliches Radio oder soziale Medien.

Mit Blick auf das Alter zeigt sich die angesprochene Kluft im Nachrichtenkonsum: Gerade für die jüngere Generation sind soziale Medien bevorzugte Nachrichtenquellen. Mit steigendem Alter hingegen nimmt deren Bedeutung ab und öffentlich-rechtliches Fernsehen und Tageszeitungen gewinnen an Relevanz.

Bei den unter 30-Jährigen sind soziale Netzwerke die meistgenannte Informationsquelle: Rund jede:r Zweite informiert sich dort über Politik (52 Prozent). Öffentlich-rechtliches Fernsehen spielt für 34 Prozent der Befragten eine Rolle, Tages- und Wochenzeitungen lesen 30 Prozent.

In der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen verschiebt sich das leicht: 43 Prozent beziehen regelmäßig politische Nachrichten über soziale Netzwerke. Die Zeitung oder das öffentlich-rechtliche Fernsehen spielen immer noch nur für etwa ein Drittel eine Rolle.

Menschen über 40 Jahre sehen vorwiegend öffentlich-rechtliches Fernsehen oder lesen Zeitung, um sich politisch zu informieren. Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt TV schon bei 50 Prozent, die Zeitung aber immer noch bei 33 Prozent. Bei den über 70-Jährigen schauen 74 Prozent öffentlich-rechtliches Fernsehen; etwa die Hälfte liest Zeitung. Nur 5 Prozent in der Altersgruppe über 70 Jahre informiert sich hingegen in sozialen Netzwerken.

Zwischen diesen Gruppen liegen nicht nur unterschiedliche Vorlieben. Sie begegnen politischen Themen häufig auch in unterschiedlichen Formaten und Zusammenhängen.

Das verändert die Bedingungen für politische Debatten. Wenn Menschen dieselben Entscheidungen über verschiedene Medienwelten wahrnehmen, können Themen, Begründungen und Gegenargumente auseinanderlaufen. Die Bruchlinie, die der Titel der Umfrage anspricht.

Quellen für politische Information nach Alter

Instagram ist Social-Media-Quelle Nummer 1

Betrachtet man allein Social Media, zeigen sich auch hier altersspezifische Vorlieben. An der Spitze steht Instagram: Jede vierte Person (25 Prozent) nutzt die Plattform für politische Informationen. Auf Facebook entfallen 17 Prozent, 14 Prozent sehen und teilen Inhalte von YouTube. Der Rest entfällt in kleinen Teilen auf X, TikTok, WhatsApp und Telegram.

In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist die Instagram-Nutzung am stärksten. Mehr als jede zweite Person (55 Prozent) greift hier auf die Plattform für das Lesen und manchmal auch Verbreiten von politischen Inhalten zurück.

Auch die politische Ausrichtung trennt

Auch die politische Zugehörigkeit beeinflusst, wie Menschen Medien konsumieren und welcher Quelle sie Glauben schenken. Die Wähler:innen der Grünen halten 93 Prozent die öffentlich-rechtlichen Medien für glaubwürdig. Auch in den Anhängerschaften von SPD, der Linken und CDU/CSU ist das Vertrauen sehr groß (80 bis 85 Prozent). Deutlich skeptischer sind die Wähler:innen der FDP (57 Prozent), des BSW (44 Prozent) und die Nichtwähler:innen (42 Prozent). Mit großem Abstand die geringste Glaubwürdigkeit erhalten die öffentlich-rechtlichen Medien in der Anhängerschaft der AfD (18 Prozent).

Sichtbarkeit allein schafft noch keinen Dialog

Für Medienschaffende ist entscheidend, politische Positionen dort verständlich und auffindbar zu machen, wo die jeweiligen Zielgruppen Informationen suchen. Dazu gehören soziale Netzwerke ebenso wie Fernsehen, Radio und journalistische Angebote.

Dabei zählt mehr als Reichweite. Kurze Videos können Aufmerksamkeit herstellen; sie ersetzen aber nicht die nachvollziehbare Erklärung einer Entscheidung. Kommunikation sollte deshalb zentrale Aussagen und Belege über Kanäle hinweg konsistent halten und zugleich an deren Nutzungslogik anpassen. Wer in sozialen Medien nur Schlagworte einsetzt, überlässt die Einordnung anderen. Wer ausschließlich auf klassische Medien baut, erreicht Teile der jüngeren Bevölkerung womöglich zu spät oder gar nicht.

Kommunikation muss Anschluss ermöglichen

Ein offener politischer Diskurs setzt voraus, dass Kommunikation Menschen dort erreicht, wo sie nach Informationen suchen – in klassischen Medien ebenso wie in digitalen Angeboten und sozialen Netzwerken. Für Kommunikationsexpert:innen heißt das, unterschiedliche Informationswege bei der Planung zu berücksichtigen und Botschaften verständlich und passend zum jeweiligen Kanal aufzubereiten. Parteien, Medien, Verbände und Stiftungen sollten diese Räume aktiv mitgestalten, verlässliche Argumente sichtbar machen und so zu einem breiteren, gemeinsamen Diskurs beitragen.

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