Kommunikation
Beziehungen
Wandel
Fink & Fuchs
weiterdenken

Das Reuters Institute for the Study of Journalism hat seine Predictions for Journalism 2026 veröffentlicht. Für die PR-Branche lassen sich daraus drei Entwicklungen ableiten: Qualität und Tiefe rücken noch stärker in den Fokus journalistischer Arbeit. Originäre Recherchen, Einordnung und Kontext gewinnen deutlich an Bedeutung, zugleich differenziert sich die Art der Ausspielung weiter in Richtung Bewegtbild und Audioformate. Für PR-Verantwortliche verschärft sich damit noch stärker die Anforderung, Inhalte substanziell, gut recherchiert und kanalübergreifend zu denken. Befragt wurden 280 Führungskräfte in Medienunternehmen aus 51 Ländern.

Qualität, Tiefe und weitere Kanäle

Die Umfrageergebnisse zeigen: Originäre Recherchen werden für die Befragten deutlich wichtiger, zudem bevorzugen sie Kontextanalysen und -einordnungen. Auch, was die Darreichung der Inhalte anbelangt, zeigt sich eine Entwicklung, die die Mediennutzung in der Gesellschaft widerspiegelt: So halten sie es für wichtig, mehr in Videos (79 Prozent) und Audioformate (71 Prozent) wie Podcasts zu investieren.

Erfolg wird zunehmend über Differenzierung definiert – nicht über bloße Reichweite oder Beitragsmenge. Daran anschließend sollten Marken und PR-Verantwortliche noch stärker tiefgehende Inhalte bereitstellen. Zugleich bedeutet es für sie auch weiterhin, den Blick zu weiten und neue Kanäle zu integrieren. Ein bestehender Trend, der sich aktuell noch verstärkt.

Persönlich geprägte Media Relations

Auch Influencer:innen werden die Branche und den öffentlichen Diskurs weiter prägen. Entsprechend ermutigen 76 Prozent der befragten Medienverantwortlichen ihre Journalist:innen, sich als eigene Marke zu positionieren. Für PR-Verantwortliche bedeutet das vor allem eines: Beziehungen zu Medienschaffenden werden persönlicher, individueller – und damit relevanter.

Parallel verändert generative KI weiter die Logik der Suche. Immer mehr Menschen nutzen KI-Anwendungen als Informationsquelle, was zulasten klassischer Suchmaschinen geht. Die Befragten erwarten einen Rückgang ihres Suchmaschinen-Traffics von 43 Prozent in den nächsten drei Jahren. Zugleich ist rund die Hälfte der Befragten (53 Prozent) hinsichtlich der eigenen Geschäftsaussichten zuversichtlich. Vor allem abonnementbasierte Qualitätstitel mit hohem organischen Traffic sehen langfristige Rentabilität.

Bestehende Trends verstärken sich

Gerade das Suchverhalten generativer KI verlangt nach einer breiten, konsistenten Kommunikationsstrategie, die unterschiedliche Formate und Kanäle einbezieht und sowohl Themen- als auch Grundlagenwissen abbildet. Die Umfrageergebnisse spiegeln dies wider. Für die nächste Zeit bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht zunehmend dort, wo Unternehmen eigene Kanäle stärken, Influencer:innen einbeziehen, Beziehungen zu Qualitätsmedien pflegen und ihre Präsenz über mehrere Plattformen hinweg konsequent verzahnen.

Artikel teilen: