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Welche Bilder hinterließen 2025 einen desaströsen Eindruck? Wo ist visuelle Kommunikation völlig schief gegangen? Fink & Fuchs hat sich für mehrere Unbilder des Jahres entschieden.

Zahlreiche Bilder des Jahres werden uns in den nächsten Wochen in den unterschiedlichen Jahresrückblicken wieder begegnen. Emotionen und bewegende Momente steht dabei im Mittelpunkt. Aus den zahlreichen Bild-Momenten haben die Kommunikationsexpert:innen von Fink & Fuchs erstmals das „PR-Unbild des Jahres“ gewählt. Auch Bilder kommen nicht ohne Kontext aus und mittels künstlicher Intelligenz gestaltete Bilder verzerren Aussagen ungewollt. Agendathemen, Zeitgeist, Handwerk, Absender und Absicht waren die Leitplanken bei der Auswahl.

Sieger: Trump als Putin-Claqueur

Der „Sieger“ ist klar: US-Präsident Donald Trump, der Wladimir Putin den roten Teppich ausrollt. Das Treffen in Anchorage sollte den US-Präsidenten als Macher inszenieren, den Dealmaker, der im direkten Gespräch mit Russlands Präsidenten den Frieden in der Ukraine herbeiführt. Stattdessen gingen im August Bilder um die Welt, wie der US-amerikanische Präsident seinen Gast Wladimir Putin mit Beifall begrüßt und ihn ein weiteres Mal auf die Weltbühne zurückholt. Das Bild prägte den Diskurs zum Treffen: Putin hat bekommen, was er wollte.

„Mit den Bildern zur großen Gipfel-Inszenierung hat sich US-Präsident Trump selbst diskreditiert. Und hier handelte es sich nicht um einen Schnappschuss, sondern eine präzise orchestrierte Veranstaltung vor den Augen der Welt. Nicht nur bei Trump-Kritiker:innen sorgten diese Eindrücke für ein Entsetzen, das den öffentlichen Blick auf seinen Umgang mit Russland nachhaltig prägt“, sagt Alexandra Groß, Vorstand von Fink & Fuchs.

Zwei Personen (links Wladimir Putin und rechts Donald Trump) gehen über einen roten Teppich auf einem Flughafen, flankiert von uniformierten Ehrenformationen, im Hintergrund steht ein großes Regierungsflugzeug.

Trump und Putin auf dem roten Teppich. Bild: White House

Die Unionsspitze mit „mehr Butterbroten als Frauen“

Trump verwies damit einen anderen Politiker deutlich auf Platz 2: Den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der vom Treffen der Spitzen von CDU und CSU im Konrad-Adenauer-Haus ein Bild teilte, das Aufbruch und Wechsel verkünden sollte und sofort Kritik nach sich zog. Denn auf dem Bild sind nur Männer zu sehen – oder, wie es Kritiker spitz formulierten, „mehr Butterbrote als Frauen“.

Mehrere männliche Personen sitzen in einem Besprechungsraum an einem Tisch mit Getränken und Unterlagen und schauen in die Kamera.

Die Unionsspitze in Aufbruchstimmung, aber ohne Frauen. Bild: Instagram / Markus Söder

„Gerade Politiker sollten um die Wirkung von Bildern wissen. Der Instagram-affine Herr Söder wirft so bei den Betrachter:innen direkt die Frage auf, ob das Wurstigkeit ist oder gezieltes Rage Baiting. Beides passt nicht zur Bedeutung der Sache“, sagt Stefan Weigl, Key Account Director bei Fink & Fuchs.

KI-erzeugte Bilder, die eben nicht „gut genug“ sind

In der Diskussion um die PR-Unbilder des Jahres tauchte zudem ein Thema immer wieder auf, das eigentlich nicht in die Rubrik PR-Motiv fällt. Die wiederholten Fälle verunglückter KI-Visuals von unterschiedlichsten Unternehmen sind der Kommunikationsagentur eine unehrenhafte Erwähnung wert.

Sie geht an Coca-Cola Company, Migros und Valentino: Sie stehen stellvertretend für Marken, die Visuals mit KI generiert haben, bei denen die Qualitätssicherung offensichtlich nicht gegriffen hat.

So hat der komplett KI-generierte Weihnachtsspot von Coca-Cola weltweit für Häme gesorgt. Zu eindeutig künstlich, zu deutliche handwerkliche Schnitzer (wie etwa eine Unzahl unterschiedlicher LKW-Typen). Das Unternehmen Migros brachte eine Box mit einem fünfbeinigen Rentier in den Verkauf. Und zu seiner KI-generierten Werbung auf Instagram durfte sich Valentino von der Zielgruppe anhören, wie billig, faul und enttäuschend sie sei. Definitiv nicht die Art, wie eine Modemarke des Luxussegments wahrgenommen werden will.

Mehrere rot beleuchtete Lastwagen fahren bei Schneefall durch eine winterlich geschmückte Straße mit historischen Häusern und Weihnachtsbeleuchtung.

KI-Bilder von Coca-Cola Company: Weltweit belächelt.

„Diese Fälle hinterlassen alle eher den Eindruck, dass jemand den eigenen Job oder die Zielgruppe nicht ernst genug genommen hat“, sagt Ralph Pfister, Executive Director Creative Content von Fink & Fuchs. „Das Problem dabei ist nicht der KI-Einsatz, sondern die ungenügende Qualitätssicherung. KI darf kein Freibrief sein, auf die Schnelle Ergebnisse zu produzieren, die üblichen Qualitätsstandards nicht standhalten. Denn KI ist ein Instrument, aber die Verantwortung tragen Menschen.“

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