KOMMUNIKATION WEITERDENKEN

Am 24. August ist es wieder soweit: Die neue Bundesliga-Saison startet mit dem Spiel des Abo-Meisters Bayern München gegen die TSG Hoffenheim. Wer sich in seinem Bekanntenkreis bei den Fußball-Interessierten umhört, der stellt fest: Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Als Ursache können sicherlich das schwache Abschneiden der DFB-Kicker in Russland oder das nicht vorhandene Krisen-Management im Fall Özil genannt werden. Aber das wäre zu kurz gesprungen.

Der Profi-Fußball ist mittlerweile zu einem Wirtschaftszweig geworden, in dem die Top-Vereine Umsätze im deutlich dreistelligen Millionenbereich generieren. Und die Spirale dreht sich weiter: Um im internationalen Vergleich mithalten zu können, müssen höhere Umätze mit Fernsehgeldern erzielt werden. Die Folge sind noch mehr zerfledderte Spieltage, Bundesligaspiele an einem Montagabend und ein kostenpflichtiges TV-Angebot, bei dem es selbst mit vielen Trainingseinheiten schwer ist, den Durchblick zu behalten.

Kann gute Kommunikation die Kluft zwischen Vereinen und Fans überbrücken?

Wenn der geneigte Fan sich dann noch zur Weltmeisterschaft unter dem Hashtag #ZSMMN Fahnen ins Gesicht schminken und das Marketing-Konstrukt namens “Die Mannschaft” anfeuern soll, dann fragen sich viele Fans: “Was hat das noch mit Fußball zu tun? Wen interessiert eigentlich, was ich möchte und wie werden meine Interessen vertreten?”

Die Kommerzialisierung des Profifußballs hat eine Kluft entstehen lassen: Zwischen den großen und den kleinen Vereinen innerhalb der Ligen sowieso, aber auch zwischen Vereinen und ihren Fans. Was können Klubvertreter und Anhänger tun, um diese Kluft zu überbrücken? Wie kann die Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen verbessert werden? In unserer Video-Reihe “Kommunikation weiterdenken” haben wir uns dazu mit Benjamin “Ben” Praße unterhalten. Er ist Fanbeauftragter des Bundesligavereins FSV Mainz 05 und bundesweiter Sprecher der Fanbeauftragten.